Kunsthandel Fiedler
WIEN · SEIT 1973
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Inv. F-1136
Kocks Pieter Adriaenson

Die kobaltblau bemalte Fayence-Wasserzisterne in Form eines Hauses stammt von dem in Delft von 1640/50 bis 1703 ansässigen Künstler Pieter Adriaenson Kocks (auch Peter Adriaensz. Kocx). Sie misst 47 cm in der Höhe, 35 cm in der Breite und 24 cm in der Tiefe und trägt am Boden die Marke P-A-K. Das Werk stammt aus österreichischem Privatbesitz. Der Künstler lebte und wirkte in Delft, wo er 1703 ebenda verstarb. Um 1700 gab es in Delft ca. 30 Töpfereien, die rund 900 Menschen beschäftigten. „De Grieksche A“ gehörte mit ihren zwei Brennöfen bereits zu den großen Fabrikationen. Die Produkte wurden zwar als Porzellan bezeichnet, waren tatsächlich jedoch Fayence-Keramik, da Holland über keine eigenen Rohstoffe zur Porzellanherstellung verfügte. Die Erzeugnisse von P. Kocks haben es in zahlreiche Museen weltweit geschafft; manche Stücke sind nur dort zu bewundern, wie eine vergleichbare Wasserzisterne in Form eines Hauses mit dem Blick ins holländische Interieur, die im Nationalmuseum Prag ausgestellt ist. Von 1701 bis 1722 arbeitete Pieter Kocx für die Fabrik. Die Bodenmarke P-A-K wurde in dieser Form in Unterglasur ausschließlich zwischen 1701 und 1703 hergestellt. Am 24. Januar 1701 ging die prosperierende Fabrik „De Grieksche A“ (Das Griechische A) von Adrianus Kocx auf seinen Sohn Pieter Adriaensz. Kocx über. Zur Feier des Tages wurde ein festliches Abendessen für die gesamte Belegschaft organisiert, an das ein erhaltenes Lied erinnert. Pieter Adriaensz. Kocx, ausgebildet in der Firma seines Vaters, fertigte weiterhin Objekte im gleichen feinen Stil. Das Glück war jedoch von kurzer Dauer, denn Pieter Adriaensz. Kocx verstarb bereits zwei Jahre nach der Fabrikübernahme. Seine Beerdigung in der Nieuwe Kerk (Neue Kirche) in Delft zeugte von seinem hohen gesellschaftlichen Status. Nach seinem Tod übernahm seine Witwe Johanna van der Heul das Eigentum an der Fabrik, da eine Verordnung aus dem Jahr 1652 Witwen erlaubte, die Töpferei ihres verstorbenen Ehepartners ohne die ansonsten erforderliche Prüfung der St.-Lukas-Gilde weiterzuführen. Johanna van der Heul war eine ausgebildete Töpferin (Plateelbakkerin) mit einer besonderen Begabung für die Darstellung von Tierfiguren. Ihre Stücke kennzeichnete sie mit ihren Initialen. Auch nach dem Tod ihres Mannes nutzte sie dessen Marke weiter, was eine Schale aus dem Jahr 1713 beweist, die ebenfalls mit „PAK“ gekennzeichnet ist. Ihre Arbeiten gehören zu den schönsten, abwechslungsreichsten und reichhaltigsten ihrer Zeit und stärkten den Ruf der Marke. In dieser Epoche dekorierte die Fabrik „De Grieksche A“ ihre Waren zudem mit den Grand-Feu-Farben. Johanna van der Heul experimentierte weiterhin mit verschiedenen Stilen und Techniken ihrer Vorgänger. Bereits vor der Übergabe an seinen Sohn hatte Adrianus Kocx erfolgreich mit polychromen Objekten in Mischbrandtechnik gearbeitet – ein Verfahren, das erstmals von Jannetge van Straten (Inhaberin der Fabrik „Het Moriaenshooft“ von 1671 bis 1786) eingeführt worden war. Dabei wurde die Dekoration auf das Objekt aufgetragen und bei hoher Temperatur gebrannt, woraufhin in einem dritten Brand bei niedriger Temperatur Gold- und Rotfarben folgten, was zu außergewöhnlich raffinierten Objekten für hochklassige Verbraucher führte. Nach der Übernahme der Unternehmensleitung verbesserte Johanna van der Heul die Petit-Feu-Farben durch die Kreation von Imari-dekorierten Objekten. Diese Dekoration stammte ursprünglich aus Japan, nachdem der Import chinesischen Porzellans in der Mitte des 17. Jahrhunderts infolge eines dynastischen Wechsels drastisch zurückgegangen war. Auf der Suche nach alternativen Lieferanten importierten die Europäer das kostbare japanische Porzellan, das sich durch die Verwendung von Kobaltblau, Eisenrot und Gold auszeichnete. Angesichts dieses Erfolgs sahen Delfter Töpfer die Nachfrage als Geschäftsmöglichkeit und passten ihre Produktion an, wodurch sich die Nachahmung des Imari-Musters allmählich zu einer erfolgreichen eigenen Produktion entwickelte.

Kocks Pieter Adriaenson

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Künstler / Werkstatt Pieter Adriaenson Kocks
Inventarnummer F-1136

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