Die Violine im Maggini-Modell wurde von Gabriel Lemböck gefertigt, der von 1814 in Budapest bis 1892 in Wien lebte. Das Instrument aus Holz ist mit „Gabriel Lemböck 1860“ signiert und hat eine Korpuslänge von 335,5 mm, eine Deckenmensur von 197 mm, eine Halsmensur von 130 mm sowie eine obere Breite von 170 mm, eine mittlere Breite von 120 mm und eine untere Breite von 200,5 mm. Es stammt aus österreichischem Privatbesitz. Gabriel Lemböck wurde am 16. Oktober 1814 in Ofen (Budapest) geboren und verstarb am 27. März 1892 in Wien. Als Geigenbauer begann er seine Lehre am 13. Juni 1828 bei J. B. Schweitzer in Pest (Budapest); für ein Lehrverhältnis bei Peter Teufelsdorfer fehlen die dokumentarischen Belege. Ab 1840 hielt er sich in Wien auf und ist 1841 als Geselle bei Anton Fischer, seinem späteren Schwiegervater, nachweisbar. Noch im selben Jahr erhielt er eine Gewerbeberechtigung und eröffnete eine Werkstätte in der Mariahilfer Straße. 1855 übernahm er das Geschäft von Bernhard Stoß in der Grünangergasse Nr. 838. Nach der Eröffnung des neu erbauten Musikvereinsgebäudes übernahm er am 10. Mai 1870 ein Atelier im Erdgeschoss des Hauses in der Canovagasse 4. Bereits Lemböcks Schwiegervater war für das Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde tätig gewesen, und nach dessen Übersiedlung übernahm Lemböck diese Funktion. Für die Gestaltung des Geschäftes musste er 632 fl investieren; die Geschäftstradition ist bis heute ununterbrochen und auch die Einrichtung ist im Wesentlichen erhalten geblieben. Von 1872 bis 1876 war C. H. Voigt sein Geschäftsführer, danach K. Haudek, der das Geschäft schließlich 1893 übernahm. Lemböck gilt als einer der bedeutendsten Wiener Geigenbauer des 19. Jahrhunderts. Unter anderem spielte J. Hellmesberger, der damals führende Wiener Geiger, ein Instrument von ihm. Die Instrumente sind nach unterschiedlichen Vorbildern gefertigt, wobei für die Jahre 1870 bis 1891 insgesamt 30 Kopien nach Stradivari, 16 nach Maggini und 26 nach Guarneri vorliegen. Sein Lack zeigt unterschiedliche Gelb- und Rottöne und ist manchmal etwas zu dick und glasig. Besonders gesucht sind die vor 1875 entstandenen Geigen, während es sich danach häufig um Instrumente von Werkstättenmitarbeitern handelt; seine Violen und Violoncelli sind selten. Darüber hinaus war er ein gesuchter Reparateur und handelte mit wertvollen Meisterinstrumenten. Die erhaltenen Geschäftsbücher belegen Kontakte mit Kunden in den meisten europäischen Ländern sowie in Australien, Süd- und Nordamerika, und führende Vertreter des Wiener Musik- und Kulturlebens zählten zu seiner Kundschaft. Die in der Literatur wiederholt zu lesende Behauptung, N. Paganini habe anlässlich seines Wien-Aufenthalts 1828 von Lemböck eine Reparatur an seiner berühmten Guarneri del Gesù vornehmen lassen, ist allein wegen Lemböcks damaligen jugendlichen Alters auszuschließen; tatsächlich wurde diese Reparatur von K. N. Sawicki vorgenommen. Die Teilnahme an diversen Industrie- und Weltausstellungen brachte Lemböck zahlreiche Ehrungen ein. Er war Hof-Geigenmacher und Lieferant des Konservatoriums. Neben einem Druckzettel brachte er oft eine Brandmarke mit seinen Initialen auf dem Bodenblättchen, an der Unterzarge und im Inneren des Instruments an. Quelle: Österreichisches Musiklexikon online.
Lemböck Gabriel
| Künstler / Werkstatt | Gabriel Lemböck |
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| Inventarnummer | F-1133 |
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