Josef Danhauser wurde am 18. August 1805 in Laimgrube (Niederösterreich/Wien) geboren und verstarb am 4. Mai 1845 auf der Wieden in Wien. Er war einer der bedeutendsten Maler, Grafiker, Bildhauer und Möbeldesigner zur Zeit des Biedermeier in Wien und stammte als römisch-katholischer Christenmensch von dem Möbelfabrikanten und Bildhauer Joseph Ulrich Danhauser und Johanna Danhauser ab; ab 1838 war er mit Josefine Streit verheiratet. Das gerahmte Werk in Öl auf Holz misst 45 × 36 cm und zeigt das Motiv „Kirschenessende Kinder“. Das Bild ist nicht sichtbar gemarkt und stammt aus österreichischem Privatbesitz. Angeregt durch seine eigenen Kinder, nach denen Danhauser viele Skizzen anfertigte, dürfte das Bild im Jahr 1841 entstanden sein. Die beiden abgebildeten Kinder sind wahrscheinlich Josef Danhausers Kinder gemeinsam mit seinem Hund: stehend der ältere Sohn Josef und sitzend auf dem Stuhl die jüngere Tochter Maria. Bekannt wurde Danhauser für die dramatische Ausgestaltung und Kolorierung seiner Werke. Das Gemälde galt lange Zeit als verschollen, ehe es Vladimir Fiedler durch Zufall für den Kunstmarkt wiederentdeckte. Im Jahr 2011 wurde das Gesamtwerk Danhausers in einer Ausstellung in der Galerie Belvedere in Wien präsentiert. Einzelheiten und Danhausers Studien zu dem Bild sind unter der Ziffer Wv-Nr. 306 im Werkverzeichnis zu finden, das zu der Ausstellung von Dr. Sabine Grabner aufbereitet wurde. Der Entwurf zu dem Gemälde ist in den Sammlungen der Wiener Albertina unter der Inventarnummer Inv. 28.512 auffindbar, während die Lithografie des Bildes von Lanzedelli im Historischen Museum der Stadt Wien (Inventarnummer Inv. 10.397, Mappe 1037) bewundert werden kann. Kompositionsskizze und Detailstudie dienten Danhauser ein weiteres Mal, als er das Thema mit den Kindern 1843 wiederholte; Kompositionsskizzen von beiden Kindern sind im Privatbesitz erhalten. Danhauser studierte von 1820 bis 1829 mit Unterbrechungen Historienmalerei an der Akademie der bildenden Künste (ABK) bei Johann Bapt. von Lampi d. Ä., Anton Petter und Johann(es) Peter Krafft. Nach dem Tod seines Vaters führte er bis 1838 mit seinem Bruder Franz die hoch verschuldete Danhauser’sche Möbelfabrik fort. Seine innovativen Entwürfe für Möbel und Zimmereinrichtungen waren international gefragt und fanden auch in seinen Gemälden Aufnahme. Von 1838 bis 1842 wirkte er als Korrektor an der ABK und war ab 1840 titulierter ao. Professor. Mit der Darstellung der Mutterliebe leitete er 1839 eine Serie von Werken ein, die seine Frau und seine Kinder zum Inhalt haben. Nachdem Kritiker um 1841 das Einbinden von Porträts in seine Genreszenen tadelten, reagierte er darauf mit der „Hundekomödie“ und zog sich aus dem öffentlichen Kunstleben zurück. Im Sommer 1842 unternahm er Studienreisen nach Deutschland, Holland und Belgien. Ausgebildet zum Historienmaler, löste er sich unter dem Einfluss von Petter und Krafft bald vom Akademismus mittels genrehafter Elemente. In den 1840er-Jahren wandte er sich dem Volksleben zu und schilderte die Beschaulichkeit des Alltags, wobei er Anregungen in der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts fand. Daneben schuf er Porträts, Radierungen und malte insgesamt etwa 250 Gemälde, von denen sich rund 100 in öffentlichen und privaten Sammlungen befinden (darunter in Museen in Berlin, Brno, Budapest, Göttingen, Graz, Linz, Salzburg, Schweinfurt, Vaduz und Wien).
Danhauser Josef
| Epoche / Stil | Biedermeier |
|---|---|
| Künstler / Werkstatt | Josef Danhauser |
| Inventarnummer | F-1051 |
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