Die Vase stammt von Émile Gallé, der von 1846 in Nancy bis 1904 ebenda lebte. Das um 1910 entstandene Glasobjekt ist innen gelb sowie außen rosa, orange und purpurrot überfangen. Es zeigt einen in einer Reliefform geblasenen und anschließend geätzten Dekor aus Rosenblättern und Hagenbutten in sogenannter Soufflé-Technik, wobei der Fond teilweise überschliffen und säuremattiert ist. Die Vase ist auf der Wandung mit einer geätzten Reliefsignatur versehen, misst in der Höhe 23,5 cm und stammt aus österreichischem Privatbesitz. Émile Gallé (1846–1904), geboren und gestorben in Nancy (Frankreich), war ein bedeutender französischer Designer und Kunsthandwerker des Jugendstils und Art Déco. Er spezialisierte sich auf das Material Glas, leistete auf diesem Gebiet Pionierarbeit und wurde mit seinen Entwürfen für Vasen international bekannt, womit er zu den Begründern des Art Nouveau zählt. Als Sohn eines Glas- und Keramikhändlers zeigte Gallé schon früh künstlerische Begabung und Interesse an Naturwissenschaften. 1864 zog er nach Deutschland, studierte Architektur und Kunstgewerbe in Weimar, absolvierte ein Praktikum in einer Glashütte im Elsass und entwarf Dekorelemente in einer Fayencen-Manufaktur, wobei er das Arbeiten mit Glas und Holz erlernte. 1874 übernahm er die Leitung der elterlichen Firma, die daraufhin internationale Bekanntheit erlangte. Anfang der 1880er Jahre richtete er Ateliers und Werkstätten ein, experimentierte mit verschiedenen Techniken und entwickelte 1897 das „Marqueterie de verre“-Verfahren für komplizierte Einlegearbeiten in Glas. Sein Betrieb entwickelte sich zu einem Großunternehmen mit Verkaufsstellen in ganz Europa, in dem er Handwerkskunst und kaufmännisches Talent verband. Seine bunten Vasen mit ornamentalen Reliefs nach dem Vorbild der Natur erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Für seine Leistungen erhielt Gallé zahlreiche Auszeichnungen, darunter Goldmedaillen auf der Pariser Weltausstellung in den Jahren 1878, 1884 und 1900. 1901 setzte er gemeinsam mit den Brüdern Augustin und Antonin Daum, René Lalique und Gabriel Argy-Rousseau den Spatenstich für die École de Nancy, deren erster Präsident er wurde. Émile Gallé starb 1904 an den Folgen einer Leukämieerkrankung. Nach seinem Tod führten seine Witwe und sein Schwiegersohn die Firma bis in die frühen 1930er Jahre fort. Quelle: Dorotheum
Gallé Émile
| Epoche / Stil | Jugendstil |
|---|---|
| Künstler / Werkstatt | Gallé, Émile |
| Inventarnummer | F-1030 |
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